Das Paul-Jauch-Haus in Eningen
Der Freundeskreis Paul Jauch
Paul Jauch beim Zeichnen

Der Bleistiftartist von der Achalm

Geboren in Schwenningen am 10. September 1870 als Sohn des Kunst- und Uhrenschildermalers Johannes Jauch, lernt er das solide Handwerk eines Dekorationsmalers in Rothenburg ob der Tauber. Nach 4-jähriger Ausbildung übersiedelt er nach München, besucht neben dem Beruf Malkurse und hält sich in den Gemäldegalerien auf. Genf und Zürich und schließlich Stuttgart sind die nächsten Stationen. In der Landeshauptstadt gibt er über ein Jahrzehnt Fachunterricht für Maler an der Gewerbeschule Stuttgart bzw. am Landesgewerbemuseum. Der Autodidakt bildet sich nebenbei weiter z.B. im Aktzeichnen bei Prof. Rochga.

Als "Wanders- und Malersmann" zog es ihn hinaus in die Landschaft, er versucht sich in Aquarell- und Ölmalerei. Die Anfangsbegeisterung für Farbe weicht schnell einer gründlichen Ernüchterung. Er erkennt für sich, dass er kein Maler sondern ein Zeichner sei: "Ich gelangte zu der Überzeugung, dass das bescheidene Beleistiftmaterial mit all seinen Härtegraden eine unerschöpfliche Fundgrube für technische Ausdrucksmöglichkeiten bietet."

Nach dem frühen Tod des Vaters siedelt die Mutter mit den 4 Kinder nach Eningen unter Achalm, ihrer Heimatgemeinde, um.

Von Freunden ermuntert, vor allem von Hans Thoma, wagt er 1913 mit 43 Jahren seine erste Ausstellung in Stuttgart. Der Sammler Paul Hartmann erwirbt seine Zeichnungen. Dessen Rat, den Beruf aufzugeben und sich ganz der Kunst zu widmen, ist für ihn der Durchbruch nach jahrelangem Zweifel. Er erhält Aufträge für Portraits, Landschaften und Interieurbilder. In der Reutlinger Fabrikantenfamile Gminder findet er Gönner und Auftraggeber zugleich.

 

Reifezeit

Seit 1923 kennt er die junge Lehrerin Emilie Krebs, die ihn immer wieder bei Wanderungen, Ausflügen und Reisen begleitet. Sie ist eine genaue und motivierende Beobachterin des 28 Jahre älteren Mannes. Beide kommen einander näher und 1942 entschliessen sie sich zur Heirat.

Sie ist es, die ihn ermuntert und die Vorbereitungen des Mörike Buches vorantreibt, das dann endlich 1956, ein Jahr vor seinem Tod, unter dem Titel „Am frisch geschnittenen Wanderstab“ in einer ersten Auflage mit 88 Zeichnungen erscheint. Später, 1966 ergänzt die Witwe Emilie Jauch eine weitere Auflage mit weiteren 32 Zeichnungen.

 

Die Achalm

Durch die Mutter, die aus der Eninger Familie Rall stammte, war ihm dieser Albvorberg seit Kindheit vertraut. Unzählige Male zeichnete er diese markante Erhebung von allen Seiten und zu allen Tageszeiten. Adolf Schahl schrieb hierzu: "Ihm war dieser Berg in einem besonderen Sinne der Berg des zum Sehen geborenen und zu Schauen bestellten Malers."

Zahlreiche Ausstellungen im Laufe seines Künstlerlebens und nach seinem Tode würdigen den introvertierten und eigenwilligen Menschen. 87-jährig stirbt er am 22. Juni 1957. Die Wanderkameradin und Ehefrau pflegt seinen künstlerischen Nachlaß bis zu Ihrem Tod 1986. 

 

Paul Jauch Haus in Eningen, Heimat des Zeichners im 20. Jahrhundert. Paul Jauch wohnte hier im Grünen Hof in der Eitlinger Straße in Eningen. Hier fertigte Paul Jauch die meisten seiner Zeichnungen an. Das Paul-Jauch-Haus, genauer das Paul-Jauch-Museum im Grünen Hof in der Eitlinger Straße in 72800 Eningen hat unregelmäßig geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten des Paul-Jauch-Hauses erfahren Sie auf dieser Website auf der Seite Aktuelles. Viel Spaß beim anschauen!